#2 Was ist seelische Gesundheit und welche Rolle spielt sie für ein glückliches und erfülltes Leben?

Komponenten des Wohlbefindens und Gluecks

Februar 10, 2022

Vielleicht mutet der Ausdruck “seelische Gesundheit” etwas seltsam, auf jeden Fall sehr ungewohnt an? Ok, aber: auch wenn es manche(n) beim Gebrauch dieses so gar nicht modern-wissenschaftsaffinen old school-Begriffs der “Seele” schüttelt ‒ ich verwende ihn in diesem Zusammenhang ganz bewusst, weil der Begriff “psychische Gesundheit” von der Schulmedizin recht dominant dahingehend belegt ist, dass ein Mensch mit bestimmten Symptomen nach einem standardisierten Diagnose-Raster (im europäischen Raum: ICD 10 / ICD 11) als “psychisch krank”, und bis zum exakten Auftreten dieses diagnostizierten Symptombildes jedoch als “gesund” im Sinne von “nicht krank” gilt.

Was durchaus seinen Sinn und seine praktischen Vorzüge hat, jedoch an diesem so unglaublich bedeutenden und unterschätzten Thema “ganzheitliche / seelische Gesundheit” im positiven, vitalen und “blühenden” Sinn m. E. komplett vorbeischrammt. 

Schauen wir uns also im folgenden genauer an, worin sich die abgrenzend titulierte “seelische Gesundheit” von der “psychischen Gesundheit” als einem (symptomfreien) Zustand des “nicht krank seins” unterscheidet. 

Seelische Gesundheit

Was bedeutet Gesundheit?

In der Satzung der Weltgesundheitsorganisation WHO wird Gesundheit mittlerweile definiert wird als: „ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen …” 

Lassen wir uns doch mal auf der Zunge zergehen, was diese Aussage auf der (zumindest formell) menschheitshöchsten Organisationsebene offiziell festschreibt:

1 Gesundheit ist ein positiver Zustand des Wohlbefindens und nicht (nur) das Fehlen oder die medizinische “Reparatur” von Krankheit 

Dieses positive Verständnis von Gesundheit hat bereits in den 1970er Jahren Aaron Antonovsky, der Begründer der Salutogenese vorweg genommen und ausgearbeitet. Antonovsky sieht die “Pathogenese”, die Erforschung und Behandlung von Krankheiten, auf der bekanntermaßen die westliche Medizin schlechthin beruht, zwar als wichtig und notwendig, allerdings auch als einseitig und unzureichend an. Er stellt ihr ergänzend die “Salutogenese” gegenüber: als Beschäftigung mit den Voraussetzungen und Prozessen, welche die Gesundheit in einem positiven und für sich bestehenden Sinn schaffen, fördern und erhalten. 

Das Verhältnis beider Ansätze zueinander verdeutlicht er mit einer Metapher: Im Strom des Lebens muss ein Mensch schwimmen können. Und nicht nur das: er muss gut, ausdauernd, geschickt und variantenreich schwimmen können, um im Strom des Lebens zu bestehen. Diese Fähigkeit des Schwimmens symbolisiert seine Gesundheit. 

Wird der Schwimmer krank, holt ihn sein Arzt aus dem Fluss heraus, behandelt bzw. ”repariert” ihn und setzt ihn anschließend wieder in den Fluss. Diese Behandlung war durchaus notwendig und auch eine Voraussetzung dafür, weiter schwimmen zu können ‒ nur, und das muss ganz klar unterschieden werden ‒ hat sie nicht das geringste mit den erforderlichen Schwimmkompetenzen des Schwimmers zu tun und ersetzt diese nicht.

Auf das Salutogenese-Konzept Antonowskys werden wir noch einmal zurückkommen.

2 Gesundheit ist ein ganzheitlicher Zustand, der das gesamte körperliche, seelische, geistige und soziale Wohlbefinden umfasst 

Alter Hut? Und der enge Körper-Seele-Geist-Zusammenhang der Ladenhüter in der Geschichte der menschlichen Selbstreflexion schlechthin? Ok. Aber: enthält diese Aussage vor dem Hintergrund der massiven “real existierenden” Einseitigkeit, mit welcher der Begriff der Gesundheit in der Neuzeit auf den körperlichen Aspekt reduziert wurde, nicht auch ziemlich viel Zukunftsmusik?

Nun ist das Thema “Ganzheitliche Gesundheit” so komplex, dass es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, es auch nur annähernd zu umreißen. Begrenzen wir uns deshalb auf den Strang “Seelische Gesundheit und seelisches Wohlbefinden” als wesentlichen Bestandteil ganzheitlicher Gesundheit und schauen wir uns diesen, speziell in seiner Nähe zur Thematik Glück, Sinn und Erfüllung, näher an.

Jeder ‒ psychisch grundsätzlich gesunde ‒ Mensch wird sich irgendwann auch einmal überfordert, erschöpft, kraftlos und deprimiert fühlen, wird mit Belastungen und Störungen konfrontiert sein, welche seine volle Gesundheit zwar einschränken, 

  • jedoch mit eigenen gesundheitlichen Ressourcen bewältigt werden können. In diesem Fall hätte “die Schwimmkompetenz” (Metapher von Antonowsky, siehe #1 der Serie) als basale seelische Gesundheit die vorübergehende Störung behoben bzw. geheilt.
  • oder auch nicht aus eigener Kraft bewältigt werden können. Dies trifft für zahlreiche einsame, deprimierte, überforderte, unglückliche, verzweifelte, wie auch immer vom Leben angeschlagene Zeitgenoss(inn)en zu. Menschen, die sich chronischen Stress oder in der Nähe eines burnouts befinden, eine schwere Krise zu bewältigen haben oder gar ihr Leiden ein gefühltes Leben lang unbewältigt mit sich herum schleppen ‒ es aber empört bzw. beschämt von sich weisen würden, als “psychisch krank” zu gelten. 

Dass die Übergänge zwischen gesund und krank fließend sind, erläutert der Psychotherapieforscher Rainer Sachse detailliert und plausibel in seinen Büchern über Persönlichkeitsstörungen. Für ihn sind die sogenannten „Persönlichkeitsstörungen“ (Fachbegriff für eine Kategorie psychischer Störungen mit Krankheitswert) im Kern Kommunikationsstörungen, die in leichter Form beim psychisch gesunden Menschen als „Macken“, „Eigenarten“, „problematische Persönlichkeitsseiten“ weit verbreitet sind, als “normal“ angesehen werden und in einem funktionell intakten Leben durchaus integriert werden können. Krankheitswert gewinnen diese Störungen erst in verschärfter Form und in Verbindung mit anderen Symptomen, aber eben nicht per se. 

Faktoren und Bedingungen seelischer Gesundheit

Seelische Gesundheit im Sinne von Antonowskys “Schwimmer” drückt sich vor allem darin aus, dass sich der seelisch gesunde Mensch grundsätzlich und im Rahmen normaler Schwankungen in einem Zustand des Wohlbefindens befindet. Das bedeutet zweierlei: 

1.  Das gesamte organismische Eigensystem (der Mensch als vitale Körper-Seele-Geist-Ganzheit) funktioniert im Sinne seiner natürlich-biologischen Anlagen in ausgeglichenen Prozessen. Die Grundbedürfnisse werden befriedigt, der Organismus ist grundversorgt und kann sich im Wesentlichen störungsfrei entwickeln und wachsen. 

Und 2.: die inneren und äußeren Anforderungen an den Organismus (einschl. Störungen und Belastungen) sind bewältigbar und beeinträchtigen das Gesamtgleichgewicht und das Wohlbefinden nicht nachhaltig 

Hier kommt nun ein Verhältnis zum Tragen, welches wie fast nichts anderes die seelische Gesundheit trägt und prägt: das Verhältnis der Person zu sich selbst, die Beziehung zwischen dem bewussten Ich und dem ganzheitlichen, weitgehend unbewussten Organismus bzw. Körper (Körper hier im ganzheitlichen Sinn).

Das individuelle “Ich”, d. h. die bewusste Identität im Sinne von “das bin ich, so kenne und erlebe ich mich, einschließlich meiner Fähigkeiten und Handlungsspielräume,” diese Ich-Identität als ein im Innersten stabiles Selbstbild und Selbstgespür erleben wir als den Kern unserer Realität. Und wir sind mit diesem (tatsächlich sehr begrenzten) Ausschnitt unseres biologischen Lebens, den wir in unserem Bewusstsein abbilden können, gnadenlos identifiziert, frei nach Descartes: “was ich mir von mir vorstellen kann, das bin ich”. 

Dennoch ist das “Ich” ‒ trotz und mit seiner Kompetenz, sich und den gesamten Organismus durch den Lebensalltag zu führen ‒ als ein, wenn auch spezielles und wichtiges, “Untersystem” im tragenden Großsystem “Organismus” integriert und hängt von diesem ab. Und der Organismus hat bekanntermaßen seine eigene, unfassbar hoch entwickelte und “evolutionserprobte” Intelligenz, um sich selbst zu organisieren und zu lenken, sowohl auf der körperlichen wie auf der psychischen Ebene.

Beide Systeme, das Ich und der Organismus, sind sehr unterschiedliche “Instanzen” der Selbststeuerung. Und ‒ das ist nun das entscheidende ‒ die Beziehung dieser beiden “Instanzen” zueinander steuert und prägt, sozusagen in der praktischen Zusammenarbeit, die seelische Gesundheit.

Beispiele:

  • “Ich” (= mein Organismus, mein Körper im ganzheitlichen Sinne) fühle mich krank, gestresst, überfordert ‒ trotzdem entscheide “Ich” (jetzt: mein bewusstes, steuerndes Ich), wie ich damit umgehe: Notbremse ziehen oder auf den burnout zusteuern?
  • Die innere Einstellung “Mir steht es nicht zu, auf meine Bedürfnisse zu achten” kann auf Dauer die Vitalität des Organismus herunterfahren und die Seele in Unglück und Verbitterung abgleiten lassen. 
  • Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, gelang es, jahrelang in den Konzentrationslagern der Nazis zu überleben ‒ mithilfe der Erfahrung, dass ihm auch in dieser täglich erlittenen Hölle niemand die innere Freiheit nehmen konnte, seinem Leben einen persönlichen Sinn zu geben.

Diese wenigen, weit gestreuten Beispiele können nur andeuten, welche zentrale und kaum zu überschätzende Rolle das Bewusstsein bzw. das Ich-Bewusstsein für den Organismus einnimmt. Ungeachtet dessen, dass ‒ dies bitte auf der Zunge zergehen lassen ‒ der gesamte individuelle Lebensprozess vom Organismus getragen, gelebt und maßgeblich gesteuert wird (auch wenn das bewusste Ich ebenfalls “mitspielen darf” und als Spezialist für bestimmte Aufgaben vom Organismus gewisse Kompetenzen eingeräumt bekommt …).

Diese Zusammenhänge findest du näher beschrieben im Blog #4 Erleben, Bewusstsein und organismische Selbstorganisation.

Damit lässt sich “seelische Gesundheit”, wie bis hierhin skizziert, charakterisieren als 

  • ganzheitlich und im Organismus verankert
  • positiv, entwickelt und trainiert im Sinne der “Schwimmer-Metapher” 
  • flexibles und dynamisches Gleichgewicht aller lebens- und entwicklungsrelevanten Prozesse 
  • flexibler, durchaus frustrationstoleranter, insgesamt jedoch stabiler Zustand des Wohlbefindens, “Ausbaustufe” Glück und Erfüllung mit inbegriffen

Schauen wir uns nun einige ihrer elementaren Voraussetzungen an. Wie ist eine stabile, widerstandsfähige seelische Gesundheit “gebaut” und was braucht sie für ihre Entwicklung? Worin drückt sie sich aus, woran können wir sie erkennen?

Nebenbei: dass diese Blog-Serie Lichtjahre entfernt ist von Ansprüchen auf Vollständigkeit sowie einer Behandlungstiefe, die den einzelnen Themen eigentlich gebührt, bedarf (fast) keiner Erwähnung, oder?

1 Identität: Bewusstsein, Authentizität, Selbstwert

Bewusstsein, Achtsamkeit, Präsenz im Alltag

In diesem ersten Block “Identität” steht das Bewusstsein im Mittelpunkt unserer Betrachtungen und zwar, da in unserem Erleben letztlich alles auf das “Ich” als erlebende Bezugsgröße bezogen ist: das Ich-Bewusstsein. Mit diesem “Prachtstück in der Kathedrale des Organismus”, mit diesem (zumindest technischen) Meisterwerk der Evolution hat uns die Natur mit der Fähigkeit ausgestattet, Teile und Aspekte unseres Lebens ausschnittsweise als Er-leben im Bewusstsein nachzubilden und dieses dort, sozusagen auf einer virtuellen Parallelspur, kreativ zu bearbeiten (“ok, so ist es mir jetzt ergangen … wie finde ich das und wie will ich das ändern?”) und wieder neu in das reale Leben einzuspeisen, um sich damit selbst weiter durch sein Leben zu steuern. Das alles natürlich in einer hochabgestimmten Zusammenarbeit mit den Gedächtnissystemen und (vor allem) dem Organismus, der “den inneren Laden” jederzeit psychisch genau so verlässlich zusammenhält ‒ und gesund erhält ‒ wie der Körper seine komplexen Funktionssysteme.

Aufmerksamkeit

Praktisches Bewusstsein, Bewusstsein live, Bewusstsein bei der Arbeit heißt: Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit, ob achtsam und gezielt oder automatisch und auf Auto-Pilot, ob selbst- oder fremdgesteuert, ist die wichtigste Ressource unseres Bewusstseins, weil unser Leben hier und jetzt ‒ und wir leben nur hier und jetzt ‒ genau da passiert, wo unsere Aufmerksamkeit gerade ist. Und: die Energie folgt der Aufmerksamkeit, d. h. wir agieren naturgemäß auch immer im Zusammenhang mit dem, worauf unsere Aufmerksamkeit gerade gerichtet ist. Sie ist das “Nadelöhr”, durch welches jegliches Erleben hindurch muss, um überhaupt bewusstes Erleben zu sein. Und sie ist eine äußerst knappe Ressource, denn das Bewusstsein muss sie ständig sowohl mit dem Organismus wie auch der Reizüberflutung von außen teilen. 

Die Aufmerksamkeit muss also gesteuert, rationiert, zugeteilt werden. Und zwar laufend. Dafür muss die Ich-Zentrale jedoch wissen, wo sie sich gerade herumtreibt und wer oder was sie gerade belegt. Und mit der bewussten und willentlichen Steuerung der Aufmerksamkeit sind wir auch beim großen Thema “Achtsamkeit” angekommen. 

Achtsamkeit und Präsenz

Das Schlüsselthema “Achtsamkeit” ist inzwischen so intensiv und nachhaltig in unsere westliche Kultur eingedrungen und es wurde und wird dazu auf allen Kanälen so viel publiziert, dass ich hier einfach auf meinen Blog #5 Achtsamkeit verweise und an dieser Stelle nur einen Aspekt zur Praxis der Achtsamkeit ansprechen möchte: 

Die Übernahme der Achtsamkeitspraxis aus der östlichen Geisteskultur hat auch etwas dazu verführt, diese kontemplative und “achtsam passive” Grundhaltung als typischen Bestandteil der östlich-asiatischen Praxis ebenfalls mit ins Gepäck der Achtsamkeit zu nehmen. Nun ist es keine Frage, dass die Fähigkeit zu einem kontemplativen Rückzug in sich selbst gerade den westlichen Menschen mehr als gut tun würde. Aber: die westliche Kultur IST alles andere als kontemplativ und innenbezogen. Und die westlichen Menschen sind es insgesamt auch nicht. Die Realität in den westlichen Industrieländern ist von einer einseitigen und massiven “Veräußerlichung” mit Begleiterscheinungen wie Materialismus und Konsumfixierung, Stress und Überforderung geprägt und nicht von kontemplativem Rückzug. Das bedeutet aus meiner Sicht für die ‒ so enorm wichtige ‒ Praxis der Achtsamkeit, dass sie sich zumindest nicht in einem selbstversunkenen, omm-seligen Rückzugsritual erschöpfen darf, sondern als wache und lebenszugewandte Präsenz mit in das konkrete, alltägliche, und mitunter halt auch: gestresste und unglückliche, Leben mitgenommen und genau da und dann praktiziert werden sollte. Wo sie als “nicht wählende” Achtsamkeit auch mal weh tun, verdrängtes Unglück aufdecken und die Sicht auf das Leben desillusionieren kann.

Eine große und wichtige Kompetenz also für eine an seelischer Gesundheit orientierten Selbstfürsorge: Achtsamkeit und Präsenz ‒ vorzugsweise da, wo das eigene Leben mit wichtigen Themen anklopft, im positiven (Lebensgenuss, Stärken etc.) wie im negativen Sinne (Problembewältigung).

Selbstkenntnis und Authentizität

Selbstkenntnis

Während die Themen “Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit etc” um Funktionen und Methoden, also um das “wie” kreisen, geht es bei der Selbstkenntnis um das “was”. Um all das, was die achtsame Selbstwahrnehmung und das wache Selbstgespür an persönlichem Erleben und Einsichten in unsere individuelle Natur ins Bewusstsein heben, reflektieren und zu unserem persönlichen Selbstbild zusammensetzen.

Um das, was die legendäre Inschrift am Eingang zum Orakel von Delphi, der Weissagungsstätte des antiken Griechenland, in drei Worten auf den Punkt bringt: erkenne dich selbst!

So wichtig Achtsamkeit und eine wache Selbst- und Außenwahrnehmung sind ‒ das reicht nicht aus. Was achtsam wahrgenommen wurde, muss auch verstanden und eingeordnet werden können. Vor allem, wenn es um die eigene innere Erleben geht. Und dieses ist naturgemäß vielschichtig, in sich widersprüchlich, in großen Teilen unbewusst, das heißt: dem Verständnis oft nur ahnungsweise, gefühlt oder auch gar nicht zugänglich. Sich selbst kennenzulernen ist ein lebenslanger Prozess, der auch die eigene laufende Entwicklung und Veränderung mit einschließt ‒ bzw. dieser sogar hinterherkommen muss. 

Dabei werden diese laufenden Selbsterfahrungen nicht einfach mal eben so gemacht und den vorhandenen zugefügt, sondern müssen von der Psyche in die vorhandene, in sich abgestimmte Identität eingebaut werden. Diese muss laufend “aktualisiert” werden, was immer wieder zu Widersprüchen, schmerzhaften Spannungen und in der Folge zu Abwehr und Verdrängung, aber auch produktiver Veränderung und Wachstum führen kann. 

Selbstaktualisierung

Carl Rogers, bedeutender Vertreter der Humanistischen Psychologie und Begründer der Personenzentrierten Psychotherapie bzw. Gesprächsführung hat diesen Prozess der ständigen Integration von neuen (Selbst)Erfahrungen im eigenen Selbst- und Weltbild “Selbstaktualisierung” genannt. 

Wobei diese laufende “Selbstaktualisierung” über die nur reaktive Verarbeitung neuer Erfahrungen weit hinausgeht. Sie umfasst auch und vor allem die organismische, und damit inbegriffen: die psychische Tendenz, sich zu entwickeln und zu wachsen, die eigenen Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten zu entdecken, zu entfalten und zu verwirklichen. Damit sind wir bei einer elementaren und intrinsischen (= dem Menschen innewohnenden) Antriebskraft der menschlichen Seele angelangt: 

  • dem Streben nach authentischem Selbsterleben, 
  • nach kreativem Ausdruck der eigenen ganzheitlich integrierten Persönlichkeit 
  • und nach (im Handeln vollzogener) Selbstverwirklichung.

Authentizität

Authentisch zu sein bedeutet im Kern: mit sich übereinstimmen, mit sich selbst im reinen sein, das eigene Erleben, Denken und Fühlen, so wie wir es “original” und unverfälscht in uns erleben, zulassen und annehmen. Und: dies auch offen, ehrlich und im Einklang mit uns selbst ‒ soweit es die Umstände erlauben ‒ nach außen zeigen zu können. Eine Person mit der Fähigkeit, zu sich und ihrer Eigenart, ihren Stärken und Schwächen, stehen zu können, wirkt tendenziell entspannt, echt, ungekünstelt, offen. Eben: authentisch …

Was in diesem Steckbrief der “Authentizität” so überzeugend, selbstverständlich und nach “klar, was sonst?” klingen mag, ist leider für viele Menschen und in vielen Fällen weder selbstverständlich noch einfach. 

  • Zunächst kann es schwierig sein, den Zugang zum eigenen echten Erleben zu finden, z. B. wenn dieses von Schmerz-, Scham- oder Angstgefühlen blockiert ist oder wenn man es schlicht nicht gelernt hat, weil beispielsweise der Kontakt mit den eigenen authentischen Gefühlen tabuisiert wurde (“nur Weicheier zeigen Gefühle”). Leider geschieht es häufig, dass Menschen bereits im frühen Kindesalter so sehr in ihren kindlichen Grundbedürfnissen frustriert werden, dass sie bestimmte ursprüngliche Bedürfnisse und Gefühle abspalten, d. h. ihrem bewussten Erleben fernhalten müssen, um überhaupt klar zu kommen. 
  • Und nicht zuletzt werden wir m. E. von einem zunehmend außer Kontrolle geratenden Turbokapitalismus samt Konsumdruck und Konsumverführung, samt Reiz- und Medienüberflutung, so massiv in ein profitgetriebenes Hamsterrad der Hochleistung und Selbstausbeutung eingespannt (und gleichzeitig so raffiniert vom überreichlichen Konsumangebot verführt ‒ weshalb das Ganze ja auch so reibungslos funktioniert), dass wir uns, ohne es richtig mitzubekommen, immer stärker von unserer eigenen (biologisch-organismisch gewachsenen) Natur entfremden. Und diese Entfremdung von sich selbst ist so ziemlich genau die Gegentendenz zur authentischen Selbstfindung und Selbstverwirklichung. 

Selbstverwirklichung

Dieses sehr gehaltvolle, sehr gesundheits-, glücks- und erfüllungsnahe Wort drückt zunächst eines der elementarsten Grundbedürfnisse überhaupt aus. Wie alles, was lebt, wird auch der menschliche Organismus körperlich, seelisch und geistig gleichermaßen von dieser Urspannung des Lebendigen, diesem Drang nicht nur zum Selbsterhalt und Überleben, sondern zu Selbstentwicklung und Wachstum, zur Umsetzung und Verwirklichung des angelegten eigenen Potenzials angetrieben. Leben IST Entwicklung, Weiterentwicklung und Selbstentfaltung, wo immer diese auch hinführen mag. 

So steht “Selbstverwirklichung” einerseits für dieses mächtige Programm, welches das “Ich” mit einem lebenslangen Verwirklichungsauftrag auf die Reise schickt und andererseits für den Prozess und die Umsetzung selbst. Dafür, wie sehr es gelingt, die oben skizzierte “Authentizität” zu entwickeln, zu kultivieren und: in reales Leben zu gießen, im ziel- und sinngerichteten Handeln umzusetzen. Und dafür, wie sehr es gelingt, eine laufende “Selbstaktualierung” in unserer Persönlichkeitsentwicklung zum roten Faden der Lebensgestaltung werden zu lassen, so dass wir uns schließlich im verwirklichten Leben selbst, und das in einem möglichst authentischen und erfüllenden Sinn, wiedererkennen können.

Selbstwert 

Klaus Grawe, ein bedeutender und leider früh verstorbener Psychotherapieforscher, formulierte mit seinen 4 psychischen Grundbedürfnissen ein Modell, das inzwischen zu einem führenden Standard geworden ist. Eines dieser 4 Grundbedürfnisse ist das nach “Selbstwerterhöhung” (= das eigene Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein erhalten, schützen, aufbauen und stärken) ‒ was den enormen Stellenwert des Selbstwerts für unser seelisches Gleichgewicht deutlich ausdrückt. 

In unserem Selbstwertgefühl drückt sich der Wert aus, den wir uns selbst geben ‒ und zwar nicht irgendetwas an uns, sondern uns selbst im Kern und zur Gänze. Es zeigt, in welchem Maß wir uns grundsätzlich und bedingungslos in Ordnung und liebenswert finden und unsere Stärken, aber auch Defizite und Grenzen annehmen können. Ein intaktes Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein signalisiert uns, dass wir uns gut und berechtigt damit fühlen, wie wir ‒ so wie wir sind ‒ unseren Platz im Leben und der sozialen Gemeinschaft einnehmen. Und erwarten können, angenommen, respektiert und gemocht zu werden, einfach weil wir die sind, die wir sind. 

Die Bedingungen und Bestandteile des persönlichen Selbstwerts werden oft in Säulenmodellen dargestellt:

Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls nach Nathaniel Brandon z. B. enthalten 

  1. Bewusstes Leben 
  2. Selbstannahme
  3. Eigenverantwortliches Leben
  4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person
  5. Zielgerichtetes Leben und 
  6. Persönliche Integrität

Das 4 Säulen-Modell. Die Psychologinnen Friederike Potreck-Rose und Gitta Jacob legen dem Selbstwert die folgenden 4 Säulen zugrunde:

  1. Selbstakzeptanz (die positive Einstellung zu sich selbst als Person)
  2. Selbstvertrauen (die positive Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Leistungen)
  3. soziale Kompetenz (das Erleben von Kontaktfähigkeit) und 
  4. das soziale Netz (das Eingebundensein in positive soziale Beziehungen).

Ein intakter Selbstwert bzw. (im Defizitfall) die bewusste und zielgerichtete Arbeit an der Entwicklung eines positiven, gesunden Selbstwertes ist essenziell für die seelische Gesundheit und direkt mit ihr gekoppelt.

2 Ressourcen: Resilienz, Gelassenheit, Weisheit

Der Begriff “Ressourcen” umfasst alles, was für einen bestimmten Zweck gebraucht oder angewendet werden kann. Das können persönliche Eigenschaften, z. B. Charakterstärken, Fähigkeiten (etwas Gelerntes) oder externe Mittel sein (z. B. Geld oder das Internet). Also etwas, das man ist, kann oder hat. Eine Ressource ist etwas, das für einen bestimmten Bedarf zur Verfügung steht (oder auch nicht, dann ist dies eine fehlende Ressource). 

Es leuchtet ein, dass auch seelische Gesundheit in ihrer dynamischen, verletzlichen, fürsorgebedürftigen Gesamtheit auf verschiedenste Ressourcen zurückgreifen können muss und direkt von einer laufenden Ressourcenversorgung abhängt. Es würde hier zu weit führen, diesen riesigen Ressourcenbedarf zu klassifizieren (“was braucht seelische Gesundheit alles, um sich zu erhalten?”). Wir bleiben deshalb eng am roten Faden und schauen uns mit der Resilienz, der Gelassenheit und der Weisheit drei “Riesen-Ressourcen” näher an, zumal sich diese drei, wie wir noch sehen werden, als sehr bedeutsam für das Erleben von Glück, Sinn und Erfüllung erweisen werden.

Resilienz

Was bedeutet Resilienz? Welche Resilienzfaktoren gibt es und wie lässt sich Resilienz stärken? Über welche Ressourcen verfügt ein Mensch, der resilient ist? 

Definition

“Resilienz ist das Immunsystem der Seele.” Mit diesem Satz wird Resilienz gerne auf den Punkt gebracht. Gemeint ist damit die psychische Widerstandskraft gegenüber einer negativen, überfordernden Stressbelastung (Distress) und die Fähigkeit, diese Stressbelastung ohne dauerhafte Schädigung zu verarbeiten. Im Unterschied zur “Resistenz”, die sich eher auf die konkrete Widerstandskraft im Einzelfall bezieht (z. B. “Stressresistenz”), meint die “Resilienz” eher die allgemeine ‒ teils angeborene, teils erworbene ‒ Fähigkeit, vor allem schwere Belastungen wie Lebenskrisen oder Schicksalsschläge zu meistern, ohne sich davon dauerhaft aus der Bahn werfen zu lassen. Ein resilienter Mensch kommt tendenziell rasch wieder auf die Beine und bewältigt sein Leben wie zuvor. 

Für das Phänomen der Resilienz gibt es verschiedene, vor allem biologische und psychologische, Definitionen und Modelle. Die biologische Definition geht von dem Grundvorgang aus, dass bedrohliche Stressreize im Körper hormonelle Reaktionsketten in Gang setzen (Ausschüttung von Cortisol und Noradrenalin). In diesem Zusammenhang beschreibt “Resilienz” die Fähigkeit des Organismus, wieder in den hormonellen Normalzustand zurückzukehren. 

Die etablierten psychologischen Stressmodelle sind sich in dem Punkt einig, dass außer den objektiven Stressfaktoren auch die persönliche Disposition bzw. Stressempfindlichkeit (“Vulnerabilität = Verwundbarkeit) eine entscheidende Rolle spielt. Ein resilienter Mensch ist somit jemand, der trotz hoher persönlicher Vulnerabilität und unter hoher Stressbelastung dennoch keine Symptome einer Störung entwickelt. 

Faktoren

Aus welchen einzelnen Elementen bzw. Fähigkeiten setzt sich Resilienz als daraus resultierende Gesamt-Ressource zusammen? Auch zu dieser Frage gibt es eine Reihe von Erklärungen, Modellen und vor allem: Listen mit verschieden vielen Faktoren. 

Führend im Kontext der Positiven Psychologie ist das Resilienzmodell von Karen Reivich und Kollegen (Reivich & Shatté 2003). Reivich definiert Resilienz als Fähigkeit, mit Schwierigkeiten umzugehen und definiert die folgenden 7 “Säulen der Resilienz”: 

  1. Emotionssteuerung
  2. Selbstwirksamkeits-Überzeugung
  3. Impulskontrolle
  4. Zielorientierung (problemlösend denken, sich auf das Wesentliche konzentrieren)
  5. Kausalanalyse (Denkmuster erkennen, Denkfallen vermeiden, “Eisberge” entdecken)
  6. Empathie
  7. Realistischer Optimismus

Daran angelehnt ist das Modell von Bea Engelmann (dargestellt in: „Therapie-Tools Resilienz”, Beltz Verlag 2014) mit einer praktischen und umsetzungsorientierten Ausrichtung:

  1. Selbstwahrnehmung
  2. Lebensfreude
  3. Selbstwirksamkeit
  4. Selbstbestimmung
  5. Optimismus
  6. Coping (Problembewältigung)
  7. Empathie

Gelassenheit

Zu Karen Reivichs Liste der Resilienzfaktoren gehört an 3. Stelle die “Impulskontrolle”. Damit ist eine Kerneigenschaft der Gelassenheit bereits als eine “Säule der Resilienz” erfasst. Jedoch ist Gelassenheit weit mehr als eine entspannte und beherrschte Verhaltensreaktion in einer Stress-Situation ‒ wie von Wikipedia gut auf den Punkt gebracht:

Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe oder Gemütsruhe ist eine innere Einstellung, die Fähigkeit, vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress.

Während Gelassenheit den emotionalen Aspekt betont, bezeichnet Besonnenheit die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, also den rationalen Aspekt innerer Ruhe.” (Wikipedia)

Die Gelassenheit als Einstellung, auch unter dem Aspekt der Besonnenheit, kommt bilderbuchmäßig zum Ausdruck im bekannten “Gelassenheitsgebet”: “Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”.

Als “gekonnte Impulskontrolle”, als konkretes Verhalten in einer schwierigen Situation steht Gelassenheit jedoch auch für die Fähigkeit, sich gegen die eigenen Impulse und Emotionen durchzusetzen und ‒ eben ‒ besonnen und diszipliniert zu verhalten. Was sehr schwer und herausfordernd sein kann, 

  • einerseits abhängig von der Situation und dem Ausmaß des Stresses, 
  • andererseits vom eigenen Naturell und Temperament, von der persönlichen Emotionalität und Impulsivität
  • und natürlich von der Fähigkeit, diese emotional oft machtvoll aufgeladenen Impulse abzubremsen und zu kontrollieren. 

Gelassenheit kann eine angeborene Gabe sein, jederzeit leicht und natürlich einsetzbar, aber auch eine mühsam erworbene und mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden Fähigkeit der Selbstdisziplin. 

Weisheit

Die dritte und letzte unserer “Ressourcen-Feen” ist auf den ersten Blick wohl am schwersten zu fassen. Der Begriff “Weisheit” klingt beinahe etwas grenz-esoterisch, im besten Fall “old school” humanistisch, aber definitiv nicht wie ein begriffliches Gewächs aus unserer wissenschaftlich-rationalen Jetztzeit. 

Das klingt auch etwas in der Fassung von Wikipedia durch, wonach sich die Definitionen und Konzepte von Weisheit “… in den Spannungsräumen zwischen Rationalität und Intuition, Wissen und Glauben sowie zwischen Erfahrung und Instinkt bewegen.” 

Dennoch täuscht dieser Eindruck! Wikipedia selbst definiert Weisheit kurz und kompakt als “ … ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren.” Damit ist das Thema “Weisheit” m. E. bereits präzise umrissen.

Und “gefüllt” wird dieses klar umrissene Thema durchaus von einigen (klar: vorwiegend psychologischen) Ansätzen, wissenschaftlich so solide fundiert und therapeutisch bewährt genug, um das Feld nicht komplett der spirituellen und subjektiven Seite überlassen zu müssen. 

Weisheitskompetenzen

Wie auch beim ähnlich komplexen Thema Resilienz laufen diese Ansätze in der Regel auf eine Bündelung einzelner Kompetenzen hinaus. 

So macht die Psychologin und Weisheitsforscherin Judith Glück die Weisheit von Menschen an den folgenden 5 Eigenschaften bzw. Ressourcen fest:

  1. Offenheit: die Bereitschaft, sich auf neue Erfahrungen, andere Denkweisen, Veränderungen einzulassen
  2. Der gute Umgang mit Gefühlen: Sensibilität für die Komplexität der eigenen Gefühle und den Umgang mit ihnen
  3. Einfühlungsvermögen: Mitgefühl und Offenheit ‒ auch für Menschen, die uns nicht “liegen” 
  4. Kritisches Reflektieren: weise Menschen denken nach: gerne, mehr als andere Leute und oft etwas weiter
  5. Die Überwindung der Kontrollillusionen: die realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und Grenzen

Schließlich liegt zum noch sehr jungen Forschungsgebiet der Weisheitspsychologie eine umfassende Arbeit der “Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation” an der Charité Berlin vor. Kai Baumann und Michael Linden präsentieren hier ein empirisch fundiertes Konzept einer Weisheitstherapie bzw. ein Modell von 10 elementaren Weisheitskompetenzen:

  • Perspektivwechsel: die Fähigkeit, ein Thema unter verschiedenen Blickwinkeln zu sehen
  • Empathiefähigkeit
  • Emotionswahrnehmung und Emotionsakzeptanz
  • Emotionale Ausgeglichenheit und Humor (Serenität)
  • Fakten- und Problemlösewissen
  • Kontextualismus: Ereignisse in die richtigen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhänge einordnen können 
  • Wertrelativismus: Toleranz; die Fähigkeit, Wertvorstellungen anderer zu akzeptieren
  • Nachhaltigkeitsorientierung: langfristige Folgen des eigenen Handelns überblicken können
  • Ungewissheitstoleranz: mit der prinzipiellen Unvorhersehbarkeit von Entwicklungen leben können
  • Selbstdisziplin und Anspruchsrelativierung: Bescheidenheit; akzeptieren, dass man nicht der Nabel der Welt ist

3 Sinn: Lebenssinn, Stimmigkeit und Werte

Wir haben uns im ersten Block sozusagen den “Inhaber” der seelischen Gesundheit angeschaut, nämlich unser Bewusstsein bzw. unsere bewusste Ich-Identität im Zusammenspiel mit dem Organismus. Und im zweiten Block drei ausgewählte, eng mit der seelischen Gesundheit zusammenhängende Ressourcen, nämlich die Resilienz, Gelassenheit und Weisheit. 

Werfen wir nun im dritten Block einen Blick auf einige bedeutsame “größere Zusammenhänge”, in welche die persönliche seelische Gesundheit eingebettet ist. 

Sinn/Lebenssinn

Ein solcher bedeutsamer Kontext ist zunächst der Sinn, den wir den Dingen, und letztendlich der Sinn, den wir unserem Leben grundsätzlich und insgesamt geben. Dazu möchte ich auf den ersten Teil dieser Serie verweisen: “#1 Glück, Sinn, Lebensfreude: wofür leben wir und was braucht es für ein erfülltes, gelingendes Leben?”. Was ich dort zum Verhältnis von Sinn/Lebenssinn und Glück geschrieben habe, trifft gleichermaßen auf das Verhältnis von Sinn/Lebenssinn und seelischer Gesundheit zu.

Stimmigkeit

Hinter diesem unscheinbaren, auch etwas wolkigen Begriff “Stimmigkeit” steckt ein Zusammenhang, ohne den seelische bzw. geistige Gesundheit gar nicht denkbar wäre ‒ ja, nicht einmal das Ich-Bewusstsein, wie es sich in unserer Identität, in unserem individuell geschlossenen und zusammenhängenden System “Das bin ich” ausdrückt. 

Wir sind zwar in der Lage, ein hohes Maß an Widersprüchen, Konflikten, unaufgelösten Spannungen und Chaos auszuhalten, aber erstens (wie das Wort aushalten schon andeutet): nur wenn es sein muss, und zweitens: nur bis zu einem gewissen persönlichen Belastungsgrad. Drittens, und das ist nun gar nicht verhandelbar: Wir müssen es verstehen und einordnen können, wir müssen uns diese innere “Unstimmigkeitsspannung” mit irgendeiner dahinter oder darüber stehenden Ordnung erklären können. Wir können Chaos nur aushalten, weil sie Bestandteil einer umfassenderen Ordnung ist, unerträgliche Spannungen nur, weil die Aussicht auf Entspannung besteht und die Koexistenz von höchstem Glück und schlimmstem Unglück nur deshalb, “weil halt beides zum Leben gehört” und wir damit das eigentlich Unaushaltbare in einer darüberstehenden Ordnung “stimmig” gemacht haben.

Das Erfordernis der Stimmigkeit speziell für die Psyche ist so elementar und auch so vielschichtig, dass die Psychologie gleich ein kleines Arsenal an unterschiedlichen Begriffen auffährt, um dieses Phänomen zu fassen zu bekommen:

Kongruenz

Mit Kongruenz bezeichnete Carl Rogers im engeren Sinne die echte, ehrliche, wahrhaftige Haltung des Therapeuten dem Klienten gegenüber und im weiteren Sinne die Übereinstimmung dessen, was ein Mensch in seinem bewussten Erleben zulässt und auch nach außen zeigt, mit seinen echten Empfindungen, Gefühlen und Gedanken. Kongruenz bezieht sich somit gleichzeitig auf eine “innere” wie auf eine nach außen gerichtete, “kommunikative” Stimmigkeit und hat damit auch eine ganz große Nähe zur “Authentizität” (s.o.).

Kohärenz

Die Kohärenz schließlich ist vor allem aus der Salutogenese von Antonovsky bekannt. Nicht zuletzt aufgrund persönlicher Erfahrungen (er überlebte die Konzentrationslager der Nazis) erforschte er gezielt die Resilienz und speziell die “Widerstandsressourcen”, die einen Menschen befähigen, auch Höchstbelastungen zu überstehen und das Vertrauen zum Leben, dessen Sinn und der eigenen Selbstwirksamkeit nicht zu verlieren. Diese “generalisierte Widerstandsressource”, wie er sie nannte, fand er in einer Einstellung, die er den “Kohärenzsinn” nannte.

Mit dem Begriff des Kohärenzsinns beschreibt Antonovsky eine Sicht auf die Welt, die auf einem grundlegenden Vertrauen in die Verstehbarkeit, die Bewältigbarkeit und die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens beruht.

  • Verstehbarkeit meint, dass unser Leben, die Welt und ihre ‒ inneren wie äußeren ‒ Ereignisse für uns nachvollziehbar und verständlich sind, und damit auch in einem gewissen Maß vorhersehbar
  • Die Bewältigbarkeit (oder Machbarkeit) ist die zweite Komponente. Sie ist hoch ausgeprägt, wenn wir darauf vertrauen, genügend innere oder äußere Ressourcen zur Verfügung zu haben, um die Anforderungen unseres Lebens zu bewältigen.
  • Die dritte und nach Antonovsky wichtigste Komponente des Kohärenzsinns ist die Sinnhaftigkeit oder Bedeutsamkeit. Hier geht es um die Bewertung der Anforderungen, die wir zu bewältigen haben, als lohnenswert. Der Begriff lohnenswert meint die Bedeutung des eigenen Handelns: es ist nicht egal, ob ich etwas tue oder nicht. Mein Handeln lohnt sich, weil die Anforderungen, Probleme und Ziele die Anstrengung wert sind – weil sie mir sinnvoll erscheinen.

Konsistenz

Konsistenztheorien sind zunächst alle psychologischen Theorien, die das Bedürfnis und Streben der Psyche nach Stimmigkeit, Verträglichkeit oder Harmonie in Bezug auf alle Komponenten des psychischen Erlebens (Wahrnehmungen, Emotionen, Erinnerungen, Einstellungen, Urteile, Bedürfnisse, Motive) erklären. Eine große, richtungsweisende Rolle spielt dabei die Gestaltpsychologie, die im Bereich der menschlichen Wahrnehmung das zwingende Streben nach einem stimmigen, in sich geschlossenen und harmonischen Ganzen nachweisen konnte.

Stell dir vor:

Du bist mit deiner Frau abends für einen Konzertbesuch verabredet, auf den du dich schon seit langem riesig freust und der auch deiner Frau sehr wichtig ist. Am selben Tag willst du vorher noch am Feinschliff für den Vortrag arbeiten, den du am nächsten Tag vor einem hochkarätigen Fachpublikum halten und der über deine Aussichten auf eine begehrte Stelle entscheiden wird. Da ruft dich (nach Jahrzehnten) eine alte, früher sehr geliebte Freundin an (auf welche deine Frau schon immer eifersüchtig war). Du willst dich mit ihr treffen ‒ das geht jedoch nur heute, da sie morgen früh schon wieder abreisen muss. 

Dir ist klar, dass du dich entscheiden musst … und dir wird angesichts dieser gesamten Entscheidungssituation regelrecht schlecht vor Anspannung und Verwirrung. Du entscheidest dich schließlich ‒ du verabredest dich mit deiner alten Freundin, sagst das Konzert ab, bekommst einen Riesenkrach mit deiner verletzten und eifersüchtigen Frau. An eine konzentrierte Ausarbeitung des Vortrags ist nun gar nicht mehr zu denken und selbst das Treffen mit deiner alten Freundin verläuft den Voraussetzungen gemäß angespannt und enttäuschend. 

Welche Gelegenheit hatte sich allen beteiligten Bedürfnissen geboten, auf vielversprechende Weise erfüllt zu werden ‒ EINZELN gesehen. Und welchen Stress, welchen Frust, welche Nichterfüllung rundum löste einfach nur ihr zeitlich-situatives Zusammentreffen aus!

Das “Systembedürfnis nach Konsistenz”. Es war vor allem der Psychotherapieforscher Klaus Grawe, der die herausragende Bedeutung des Zusammentreffens aller vorhandenen Bedürfnisse in einem System, einer Situation, einer menschlichen Persönlichkeit erkannte und auf ihren Stellenwert im Systemganzen hinwies. Er nannte diese Notwendigkeit, dass die Prozesse der Bedürfnisbefriedigung nicht nur einzeln funktionieren, sondern auch insgesamt miteinander harmonieren, d.h. laufend koordiniert werden müssen, das „Systembedürfnis nach Konsistenz“ und stellte dieses in seiner Bedeutung und Priorität sogar über die Erfüllung der einzelnen Grundbedürfnisse. 

Aus Grawes Sicht gibt es 4 psychische Grundbedürfnisse: 1. das Bindungsbedürfnis, 2. das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung, 3. das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle sowie 4. das nach Selbstwerterhöhung und -schutz. Allerdings agieren diese 4 Grundbedürfnisse parallel zueinander und damit teilweise auch konträr, chaotisch und miteinander im Konflikt. Dies versetzt das psychische System in eine zusätzliche, „sekundäre“ Spannung: es muss die beteiligten Bedürfnisse nicht nur befriedigen, sondern auch noch unter einen Hut bringen! Was, wie das Beispiel oben zeigt, gründlich misslingen kann: alle die (jeweils für sich gesehen: wichtigen und drängenden) Bedürfnisse können nicht parallel und miteinander erfüllt werden − und die (genau dadurch entstandene) zusätzliche Spannung der Inkonsistenz führt das System in einen Zustand, in dem es keines der einzelnen Bedürfnisse mehr erfüllen kann.

Und da wir − der Organismus und die Psyche insgesamt, aber viel mehr noch: unser Bewusstsein bzw. unsere Ich-Identität − nur ein bestimmtes Maß an innerer Spannung aushalten können (und das auch nur eine begrenzte Zeit), hat es in Spannungssituationen für uns erste Priorität, die akute Inkonsistenzspannung herunterzufahren. Was bedeutet: entweder den Konflikt zu entschärfen und die Bedürfnislage zu harmonisieren bzw. „unter einen Hut zu bringen“ oder: diese Spannung nicht spüren und aushalten zu müssen, d. h.: sie zu verdrängen. 

Konsistenz und Gesundheit. Übertragen wir nun ‒ und das ist m. E. sehr plausibel ‒ das Prinzip der Konsistenz von den Grundbedürfnissen auf das psychische bzw. organismische Erleben insgesamt, so bedeutet Konsistenz, dass sämtliche Teilsysteme, Ebenen und Erfahrungen unserer hochkomplexen Organismus zusammenpassen und als ein integriertes System innerhalb eines bestimmten Fehlertoleranz- und Schwankungsbereichs zusammenarbeiten und zusammen funktionieren müssen. 

Dieser Zustand der Konsistenz, dieser Grad an innerer Konsistenz drückt sich unmittelbar im Zustand der seelischen Gesundheit aus ‒ beide Zustände hängen eng zusammen und bedingen sich gegenseitig.

Werte

Vom Sinn war schon viel die Rede bisher ‒ kaum ein bisher beleuchtetes Einzelthema, das nicht früher oder später, stärker oder schwächer, direkt oder indirekt am “Sinn” und seiner Bedeutung für die seelische Gesundheit andockt. Betrachten wir nun den “Lebenssinn” genauer in Bezug auf seine Zusammensetzung, seine einzelnen, auch lebensbereichsbezogenen und handlungsrelevanten Bestandteile, gelangen wir direkt zu den persönlichen Werten. 

Wie für viele andere Begriffe aus dem Bereich des inneren Erlebens gibt es auch für „Werte“ keine exakte Definition, sondern meist eine (mehr gefühlte als rational abgegrenzte) zentrale Bedeutung innerhalb eines etwas schillernden Verständnisrahmens. Hier sticht die ‒ stark wertebasierte ‒ Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) mit einem plausiblen und stimmigen Konzept heraus, welches die Rolle der persönlichen Werte in ihrer Funktion für das Lebensganze und im Bezug zum eigenen Handeln klar beschreibt:

„Werte sind Aussagen über das, was wir mit unserem Leben anfangen möchten: wofür wir uns einsetzen und wie wir uns grundsätzlich verhalten wollen. Sie stellen die Leitprinzipien dar, an denen wir uns orientieren und die uns motivieren.“ (Russ Harris)

Eigenschaften von Werten

Werte lassen sich im Ansatz der ACT vor allem durch die folgenden Komponenten beschreiben:

  • Positive und erstrebenswerte Qualitäten. Werte sind zunächst … eben: wertend, d. h. sie bezeichnen eine positive, anzustrebende oder auch negative, (als „Unwert“) zu vermeidende, Qualität. Darüber hinaus drückt ein Wert eine umfassende, ziel- und handlungsoffene Qualität aus: z. B. beschreibt der Wert, „ein guter, verantwortungsvoller Vater zu sein“, eine ganze Kategorie möglicher Handlungen und Ziele, die jedoch alle auf dieses zentrale Charakteristikum bezogen sind. 
  • Bezug zum eigenen Handeln. Werte sind Leitlinien unseres Handelns, die wir wählen, für die wir uns entscheiden und an denen wir unser Handeln orientieren. Werte sind sowohl handlungswirksam, indem sie uns motivieren wie auch handlungsleitend, indem wir Handlungsziele davon ableiten können. Dennoch können Werte nie endgültig verwirklicht werden, sondern bleiben immer Annäherungsgrößen, bildlich gesprochen: die „Leuchttürme“ unserer Orientierung. 
  • Bewusst und gewählt. Werte haben in ihrem offenen, motivierenden, handlungsleitenden Charakter eine große strukturelle Ähnlichkeit mit den Grundbedürfnissen. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass die Grundbedürfnisse zutiefst in unserem organismischen Ganzen verwurzelt sind und unser vitales, körperliches, biologisches und unbewusstes „Automatikgetriebe“ darstellen, während die Werte der bewussten, individuellen, frei wählenden Zone unserer Persönlichkeit entstammen, also sozusagen die Bedürfnisse des Organismus „nach oben hin“, auf der Ebene der bewussten Lebensentscheidungen, ergänzen und abrunden. 
  • Gegenwärtigkeit. Werte sind – aufgrund ihrer zeitlosen Gültigkeit und Handlungsbezogenheit – stark mit dem Hier und Jetzt verknüpft. Die Entscheidung, werteorientiert zu handeln oder relevante Werte zu missachten, fällt immer in der Gegenwart. Natürlich werden zukunftsbezogene Ziele von den Werten abgeleitet, keine Frage, diese Ziele sind aber nicht mit den “Quellwerten” identisch, sondern haben ihre eigene Qualität und Realität. Im Unterschied zu den zukunftsgerichteten Zielen geben uns unsere Werte eine Orientierung, die sich auf das gegenwärtige Handeln bezieht. Darin ist auch die hohe und positive Qualität des Lebensgefühls begründet, im Einklang mit den eigenen Werten zu leben.

Die (idealerweise bewusst gewählten und reflektierten) Werte bilden also, zusammen mit den angeborenen organismischen Grundbedürfnissen die Plattform, von welcher aus wir unser Leben “entwerfen und schaffen”, steuern und leben. Womit auch ‒ gerade! ‒ unsere Werte maßgeblich an der Qualität des Lebenssinns und der seelischen Gesundheit und letztlich an Glück und Erfüllung im eigenen Leben beteiligt sind.

Zusammenfassung

Gesundheit ist (Definition der WHO) 

  • ein positiver Zustand des Wohlbefindens und nicht (nur) das Fehlen oder die medizinische “Reparatur” von Krankheit
  • sowie ein ganzheitlicher Zustand, der das gesamte körperliche, seelische, geistige und soziale Wohlbefinden umfasst 

Während die körperliche Gesundheit mit ihren hochkomplexen, bis in die Zellvorgänge hineinreichenden Abläufen vom Organismus ‒ d. h. im Prinzip unabhängig von unserer “Ich-Instanz” ‒ eigendynamisch reguliert wird, hat das bewusste Ich auf der psychischen bzw. geistig-seelischen Ebene wesentlich mehr Bedeutung und Wirksamkeit. Mit unserer Fähigkeit zur Reflexion können wir Gefühle und Gedanken beeinflussen, Einstellungen und Gewohnheiten ändern, wir sind im Extremfall sogar zum bewusst durchgeführten Suizid fähig ‒ was dem Organismus nicht im Traum einfallen würde …

Und wir haben einen immensen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere ganzheitliche bzw. seelische Gesundheit. Und auch ‒ das werden wir im dritten und letzten Teil dieser Serie noch genauer unter die Lupe nehmen ‒ in Bezug auf unsere Chancen, die ersehnten Zustände von Glück, Lebenssinn und Erfüllung zu erreichen.

Im vorliegenden mittleren Teil der Serie haben wir uns eine ganze Reihe von Faktoren und Konzepten angeschaut und diese in ein Gerüst von 3 wesentlichen “Schaltstellen” unserer Gesundheit  bzw. unseres Wohlbefindens  einsortiert: 

Identität

Identität im Sinne der bewussten (einschließlich gefühlten) Wahrnehmung, wer man ganz persönlich IST. Identität als Mix aus laufender Selbsterfahrung und einer gewachsenen bzw. sich permanent weiter entwickelnden Persönlichkeit. Als ein immer wieder neu und anders erlebtes “Das bin ich, will ich, kann ich und tue ich”. Das bewusste Verhältnis zu sich selbst ist vor allem in Form der folgenden 3 direkt persönlichkeits-/identitätsbezogenen Aspekte eine entscheidend wichtige Stellgröße für die seelische Gesundheit:

  • Bewusstsein, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Präsenz im Alltag ‒ sozusagen das “Instrument” bzw. die Pflege des Instruments, um wach und offen im eigenen Leben zu stehen
  • Selbstkenntnis, Selbstaktualisierung, Authentizität, Selbstverwirklichung ‒ die Anwendung des “Instruments”, um die eigene Natur kennenzulernen, zu ihr zu stehen und sie zu leben
  • Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstfürsorge ‒ die Entdeckung, Pflege oder Wiederherstellung eines essenziell positiven und liebevollen Selbstwertgefühls

Ressourcen 

Ressourcen sind im Prinzip alles, was im Bedarfsfall verfügbar ist, um uns selbst zu helfen. Erworbenes Wissen, gelernte Fähigkeiten und angesammelte persönliche Lebenserfahrungen sind ganz grundlegende Ressourcen, um die seelische Gesundheit aufrecht zu erhalten und in der Spur von Wohlbefinden, Glück und Erfüllung zu bleiben. Und unter diesen Ressourcen hat das folgende Trio sicher einen konkurrenzlosen Stellenwert: 

  • Resilienz
  • Gelassenheit
  • Weisheit

Sinn

Mit dem “Sinn” verbinden wir uns mit dem “Ganzen”, was immer dieses “Ganze” für uns sein mag. Gemeint ist der große, übergeordnete Lebenszusammenhang, als dessen kleiner (auch: besonderer?) und abhängiger (auch: getragener?) Teil wir uns empfinden, auf den wir uns einstimmen und von dem wir unsere Lebensorientierung und dauerhaften Werte beziehen:

  • Lebenssinn 
  • Stimmigkeit (Kongruenz, Kohärenz und Konsistenz)
  • Werte

Im dritten und letzten Teil der Serie wird es eingangs um die Frage gehen, wie “seelische Gesundheit” und “Glück, Sinn, Erfüllung” genau zusammenhängen, hauptsächlich jedoch: um ihre Praxis und Anwendung, um Methoden, Wege und Ansätze, und letztlich um die Frage: was kann ich konkret tun? 

Literaturnachweise und -empfehlungen am Ende des 3. Teils dieser Serie.

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1 Kommentar

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